03.23.09
Kreiseln
Ich kreisel in meinem Kopf, so kommt es mir vor. Meine Gedanken drehen sich wie ein Kreisel, weil ich das Gefühl habe mein Leben ist wie ein Kreisel. Ich dreh mich zu schnell, weil ich so gerne so schnell vorankommen möchte. Aber mein starker Willen, den ich irgendwie immer versucht habe durchzusetzen, trifft auf immer mehr Widerstände. Ich fühl mich alt, ausgepowert, kraftlos. Und nun bin ich 31 Jahre alt.
Fühl mich mit meiner Kraftlosigkeit eher wie jemand der vielleicht 60 ist, oder wie man es denkt, wie es sein muss. Sehe aus und lebe ein Leben wie eine Anfang-Mitt-Zwanzigerin.
Ich komme mir vor wie in einer 2. Pubertät und dabei war ich so froh, als das aufhörte mit Ende meiner Teenie Zeit.
Je älter umso mehr Druck von außen und von einem selbst. Ich bin so beschissenen Ehrgeizig und überfordere mich allzu oft. Ich müsste 3-Gänge runterschalten. Aber das gäbe mir das Gefühl eine Versagerin zu sein. Ich weiß nicht, warum ich keine Schwachstellen so richtig zugeben mag.
Ich bin wahrlich frustriert, da der Wunsch nach einem perfekten, erfüllten Leben mir zu langsam in Erfüllung geht und ich einfach immer mehr merke, dass ich nicht mehr kann.
Immerhin glaube ich noch da dran. Immerhin etwas. Viele meiner Pläne sind immer noch Baustellen.
Dazu kommt, dass ich eine von denen in dieser schönen Zeit der Wirtschaftskrise bin, die keine Ersparnisse auf der hohen Kante liegen hat und momentan fühl ich mich vom Leben, Nein! Von der Gesellschaft total gefickt!
Ich bin ja keine Berufstürsteherin, zwar arbeite ich, aufgrund meiner Beruferfahrung von 8 Jahren, davon 5 Jahre Hamburger Kiez, professionell aber es boxt mich kohletechnisch mehr schlecht als Recht durch mein Studium. Naja und als Frau in einer Männerdomäne, in der die Meisten meinen, es käme überwiegend auf eine kräftige Statur an um den Job zu wuppen. wird man auch nicht gerade von den Bar-und Clubbesitzern heiß umworben.
Ich bin mir immer noch in meinen Ziele und Wünschen für meine Zukunft sicher, aber ich bin erschöpft und meine Akkus laden nicht mehr so schnell auf, sowie vor 10 Jahren noch.
Ich bin so erschöpft, dass ich am liebsten ausbreche möchte. Meine Grenze sind erreicht.
Was ein weiteres Problem ist und was mich so sehr an meine Pubertät erinnert, ist das Thema Beziehung, Partner. Mein Körper spricht mit mir und will eine Familie gründen. Ich, in dieser Welt in der ich mich als Persönlichkeit entwickeln will und noch einige hohe Ziele habe, sieht nicht wie das beides zusammenfügen ist und vorallem ohne Partner der mir hilft.
Seit über einem Jahr bin ich nun solo und das mit dem Männern mal hier und da habe ich ziemlich eingestellt. Ich suche, ich suche wie mit 14-15 nach einem richtige Partner. Diesmal aber nach dem Mann zum heiraten und Kinder kriegen, der mich unterstützt, mich nicht einengt, mich so animmt wie ich bin, der sehr attraktiv ist, klug, selbständig, liebevoll, offen und teilt mit mir viele Gemiensamkeiten. Mir scheint meine Vorstelllung utopisch, aber mit weniger will ich mich nicht zufrieden geben. Komme mir seit langem mal wieder hilflos und erdrückt vor.
12.05.07
Lügen
Gerade mal wieder ein kurzer Bericht vor ein paar Tagen, der Mensch lügt ca. 200 mal am Tag. Meist sollen es aber nur die kleinen Lügen sein.”Der Bus kam zu spät”, obwohl man in Wirklichkeit zu lange getrödelt hat. Solche Lügen stuft man also als klein ein…aha..
Schlimm ist es wenn man Monate oder Wochen oder vielleicht sogar Jahre später erfährt, dass man belogen worden ist. Allerdings mit “großen” Lügen. Was “groß” oder was “klein” ist vermutlich immer eine Frage der Perspektive.
Ich merke das es mich letztens doch ziemlich traf als ich erfuhr, dass man sich erst nicht getraut hätte bei mir zu kochen, weil ich gleich erklärt habe das mein Herd immer sauber sein soll und am liebsten poliert, das ich keine schwarzen Punkte und eingebrannte Flecken mag und das es daher rührt, das früher zuhause der Herd immer so schrecklich verbrannt aussah.
Ich sagte, dies ist meine “heilige Kuh”, dem wurde damals zugestimmt und mir das Gefühl gegeben, “ja, das ist ok. Das versteh ich”. Aber wenn dann plötzlich in heiterer Runde, vor einem Gast in der WG dann laut lachend erzählt wird ”man hätte sich nicht getraut zu kochen” und ich mir dessen nie bewußt war, weil man mir das nie so gesagt hat, dann trifft es doch.Auch wenn es nur ne Kleinigkeit ist. Als Krönung dann noch der Freund, der auch immer verständnissvoll tat und der Runde beiwohnt, laut lachend hinterher erzählt, wie froh er sei, das die Schilder weg seien, auf denen eben sowas stand wie “Bitte den Herd reinigen” und die fröhlich Runde sich darüber lustig macht.
Ich so tue, als ob ich das auch witzig finde und in dem Moment mich selber beim lügen ertappe, denn in Wirklichkeit war ich geschockt. Geschockt darüber, das meine Mitbewohnerin mir nicht sagt, “das finde ich aber übertrieben” oder mein Freund mir nicht sagt “deine Schilder Aktion fand ich blöd”.
Die Schilder kamen auch erst nachdem ich gemerkt habe, dass wenn ich Mitbewohnern nur sage wie die WG Regeln sind, keine Sau sich dran hält oder so tut als hätte ich das nie gesagt, es sei nie angesprochen worden oder es wird einfach vergessen, ignoriert, etc.Ich hatte einfach keinen Bock mehr immer wieder neu zu diskutieren. Ich habe daher klare Ansagen gemacht und was ist das Ergebnis, keiner traut sich mir mehr ehrlich ins Gesicht zu sagen was er denkt.
Obwohl ich allen Menschen immer erkläre warum ich etwas tue und das mir das wichtig ist, heucheln sie letztendlich nur Verständnis. Ihre Gedanken sind aber anders. Es verletzt dann plötzlich so eine Kleinigkeit, die wäre sie gleich klar ausgesprochen worden, nie diese Wirkung gehabt hätte.


